Spaziert man durch die deutschen Vororte, so fällt einem auf, dass der Anteil an Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Grund dafür ist nicht ausschließlich das Umweltbewusstsein der Hauseigentümer, sondern auch ihre Kostenbewusstsein. Denn für den Bau und die Nutzung von Photovoltaikanlagen können eine Reihe von Förderungen beansprucht werden. Welche Förderungen das sind, erfahren Sie bei Dein Hilfexpert.
Inhaltsübersicht
Welche Förderungen gibt es für den Bau von Photovoltaikanlagen?
Eine Photovoltaikanlage bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Mit ihr kann nämlich nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger Strom hergestellt werden. Dennoch zögern viele vor dem Bau einer solchen Anlage. Der Grund dafür sind die meist sehr hohe Kosten, die anfangs investiert werden müssen. So muss je nach Größe der geplanten Photovoltaikanlage mit Kosten im vierstelligen Bereich gerechnet werden.
Um Privatpersonen zum Bau von Photovoltaikanlagen zu ermutigen, gibt es eine Reihe von Photovoltaik Förderungen. Auf Bundesebene kann ein Kredit von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden.
KfW Förderung Photovoltaik: Kredit Erneuerbare Energien – Standard
Im Rahmen des Programms “Erneuerbare Energien – Standard” vergibt die KfW Förderkredite für die Installierung und Nutzung von erneuerbaren Energien. Hierzu gehört unter anderem der Bau von Photovoltaikanlagen auf Dächern Fassaden und Freiflächen sowie die Aufstellung von Batteriespeichern.
Die Förderkredite der KfW können bis zu 50 Millionen € pro Projekt hoch sein und bis zu 100 Prozent der Investitionskosten decken. Wird der Kredit genehmigt, so kann er innerhalb von 12 Monaten nach Zusage wahlweise auf einmal oder in Teilbeträgen ausgezahlt werdem.
Der Zinssatz ist abhängig von der Kreditlaufzeit, der tilgungsfreien Anlaufjahre und der Zinsbindung.
Zinssatz KfW-Programm Erneuerbare Energien - Standard | |||
Laufzeit (in Jahren) | Tilgungsfreie Anlaufjahre | Zinsbindung (in Jahren) | Zinssatz (in Abhängigkeit zur Preisklasse) |
5 | 1 | 5 | 2,07 - 8,47 |
10 | 2 | 10 | 2,53 - 8,93 |
15 | 3 | 15 | 2,99 - 9,39 |
20 | 3 | 10 | 2,73 - 9,13 |
20 | 3 | 20 | 3,34 - 9,74 |
30 | 5 | 10 | 2,78 - 9,18 |
Personen, die den KfW-Kredit für den Bau ihrer Photovoltaikanlage beantragen möchten, müssen sich hierfür direkt an ihre Bank bzw. einen der zahlreichen KfW-Finanzpartner wenden. Diese bzw. dieser übernimmt die Kreditbeantragung bei der KfW für den Kreditnehmer. Die KfW prüft den Antrag und entscheidet über die Genehmigung des Antrags. Anschließend wird der Kreditvertrag zwischen dem Kreditnehmer und der Bank bzw. dem Finanzpartner abgeschlossen.
Welche Förderung gibt es für die Nutzung von Photovoltaikanlagen?
Sobald die Finanzierung der Photovoltaikanlage geklärt ist und der Energieträger auf dem Dach steht, kann damit kostengünstiger Strom produziert werden. Ein Teil dieses Stromes kann selbst genutzt werden. Der große Vorteil dabei: Der selbst erzeugte Strom ist gerade einmal ein Drittel so teuer wie der “normale” Strom.
Allerdings werdem von dem selbst erzeugten Strom oft nur ca. 30 Prozent benötigt. Dieser Anteil ist selbstverstandlich von der Sonneneinstrahlung und somit der Region und der Jahreszeit abhängig. Beispielsweise werden Person, die in Süddeutschland leben im Sommer einen sehr hohen Anteil a Reststrom haben. Bei Personen aus Norddeutschland wird dieser über das Jahr gerechnet geringer ausfallen.
Der Strom, der von den Haushalten nicht genutzt wird, kann in das Stromnetz eingespeist werden. Auf diese Weise profitieren alle deutschen Haushalte vom sauberen Strom. Im Gegenzug bekommen die Erzeuger der erneuerbaren Energie einen Vergütung für den abgegeben Strom. Hier kommt das sogenannte “Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien” (EEG) in Spiel.
Die EEG-Förderung in Deutschland
Die EEG-Förderung bezieht sich auf den Strom, den die Haushalte nicht selber verbrauchen und somit in das Stromnetz einspeisen möchten. Die Förderung garantiert ihnen nicht nur, dass ihnen der Strom abgenommen wird, sondern auch, dass sie hierfür eine feste Vergütung pro Kilowattstunde bekommen. Diese Vergütung ist abhängig von der Inbetriebnahme sowie den Typ und der Größe der Solaranlage.
Einspeisevergütung Deutschland 2022 | |||
Inbetriebanhme | Typ der Anlage | Größe der Anlage (kWp) | Einspeisevergütung (Cent/kWp) |
März 2022 | Gebäude oder sonstige baulich Anlage | bis 10 | 6,63 |
von 10 bis 40 | 6,44 | ||
von 40 bis 100 | 5,03 | ||
Sonstige Anlagen | ab 100 | 4,53 | |
April 2022 | Gebäude oder sonstige baulich Anlage | bis 10 | 6,53 |
von 10 bis 40 | 6,34 | ||
von 40 bis 100 | 4,96 | ||
Sonstige Anlagen | ab 100 | 4,46 |
Sobald der Vergütungspreis festgelegt wurde, gilt dieser für die darauffolgenden 20 Jahren. Der Besitzer der Photovoltaikanlage überträgt in dieser Zeit seinen überschüssigen Strom an einen Netzbetreiber und bekommt von diesem den ausgehandelten Preis pro Kilowattstunde. Der Netzbetreiber verkauft den Strom weiter und nimmt somit den Kaufpreis wieder ein.
Allerdings ist der Strompreis starken Schwankungen ausgesetzt und so liegt der Verkaufspreis oft unter dem eigentlichen Kaufpreis. Damit der Netzbetreiber vom Einkauf der erneuerbaren Energien keinen Nachteil erleidet wird die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen mit der sogenannten EEG-Umlage ausgeglichen. Konkret bedeutet das, dass alle Verbraucher sich an den Kosten der Erneuerbaren beteiligen, in dem sie insgesamt höhere Strompreise bezahlen.
Förderungen für die Speicherung von Strom
Neben dem Verkauf des überschüssigen Stroms, kann dieser jedoch auch von den jeweiligen Haushalten abgespeichert werden. Hierfür wird ein sogenannter Batteriespeicher benötigt. Mit diesem kann der Besitzer der Photovoltaikanlage einen Teil des selbst produzierten Stromes speichern und zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt werden.
Eine Reihe von Bundesländern haben ihren Bürgern über die Jahre ein Reihe von Förderungen für solche Batteriespeicher zur Verfügung gestellt. In den meisten Bundesländer sind diese Förderungen jedoch ausgelaufen. Übrig geblieben ist die Förderung vom Freistaat Bayern.
Seit dem 1. Februar 2022 können Besitzer einer Photovoltaikanlage einen sogenannten Speicherbonus beantragen. Der Bonus beträgt zwischen 500 € und 2.375€ und ist abhängig von der Größe der PV-Anlage und des Speichers. Um den Bonus beanspruchen zu können, müssen zudem einige Voraussetzungen erfüllt werden:
- Der Erstwohnsitz des Antragstellers muss ein Ein- oder Zweifamilienhaus sein.
- Der Antragsteller muss sowohl eine Solaranlage wie auch einen Batteriespeicher besitzen.
- Die Solaranlage muss über mindestens 5 kWh verfügen.
- Der Batteriespeicher muss mindestens 5 kWh Speicherkapazität haben.